I frühe italienische Tafelmalerei 14. bis 15. Jahrhundert

 

Antonio da Fabriano
(zwischen 1451 und 1486 in Fabriano/Marken dokumentiert)

Marienkrönung, 1452
Tempera/ Holz, 88,5 x 64 cm, Inv.Nr.1097

 

Die kleine Gruppe früher italienischer Tafelbilder - in den Gemäldesammlungen Österreichs sonst kaum vertreten - demonstriert ganz nachdrücklich, daß unser heutiger Eindruck, an der Museumswand einem autonomen, für sich allein bestehenden Tafelbild gegenüberzustehen, nachhaltig trügt: Die meisten Bilder dieser Gruppe sind aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang gerissen worden, wobei sie nicht nur ihren Bedeutungszusammenhang verloren haben, sondern auch ihre Funktion: So bildet die Tafel der Marienkrönung die Vorderseite einer doppelseitigen Prozessionsstandarte.

Die das Stadtleben von Florenz detailliert schildernde kleine Tafel des Giovanni di Paolo dagegen stammt aus einem großen Altarwerk, das dem heiligen Nikolaus von Tolentino geweiht ist; unser Täfelchen war Teil des Predellenschmucks, in dem das Leben des Heiligen erzählt wird.

 

Giovanni die Paolo di Grazia
(Siena? 1437 - 1482/83 Siena)

Ein Wunder des hl. Nikolaus von Tolentino,1456
Tempera/Holz, 50 x 42,5 cm, Inv.Nr.1177