III das Weltgerichtstriptychon von Hieronymus Bosch

 

 Hieronymus Bosch
(s`Hertogenbosch um 1450 - 1516 s`Hertogenbosch)
Weltgerichtstriptychon,

Mitteltafel: Das jüngste Gericht und die sieben Todsünden
zwischen 1504 und 1508 entstanden,
Mischtechnik/Holz, 163 x 127,5 cm, Inv.Nr. 580

 

Der Besucher kommt in erster Linie in die Akademiegalerie, um das in seiner Dimension größte Tafelwerk des Hieronymus Bosch im Original zu sehen, dem unbestrittenen Hauptwerk der Galerie.

Es ist das Rätsel um Boschs Bilderwelt von Höllenlandschaften, Dämonen und Martern, das schon den spanischen König Philipp II. am Ende des 16. Jahrhunderts zum begierigen Sammler von Boschs Tafeln werden ließ, von denen heute nur mehr fünfundzwanzig erhalten sind.
Die Faszination von Boschs Höllenreigen ist auch für den heutigen Betrachter ungebrochen, auch wenn ihm der intellektuelle Hintergrund, aus dem heraus Boschs Bildervorstellung an der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert Gestalt annahm, mittlerweile gänzlich verloren ist.

Es sei hier nur soviel gesagt: Das zentrale inhaltliche Anliegen Boschs ist im Wiener Triptychon die Darstellung der sündigen Menschheit: Woher die Sünde und die Menschheit kommt (Paradiesesflügel), wo die Menschheit enden wird (Höllenflügel) und wie der Großteil dieser Menschheit am Tag des Gerichts entsprechend ihres sündigen Lebens in einer Vorhölle gefoltert wird, Erlösung gibt es nur für eine verschwindend kleine Minderheit.

 

 Außenansicht bei geschlossenen Flügel:

links der hl. Jacobus Maior auf Pilgerschaft,
rechts die Almosenspende des hl. Bavo