| Rom war das Sehnsuchts- und
Bildungsziel vieler nordeuropäischer Künstler: Bereits Anfang des 16. Jahrhunderts
setzte der Brauch ein, nach Erlernen des technischen Rüstzeugs in der Heimat noch ein
paar Jahre in Rom und Italien zu verbringen, um auch den künstlerischen Intellekt zu
schulen im Studium der römischen Antike und der klassischen Kunst eines Michelangelo und
Raffael.
Der Stifter der Gemäldegalerie, Graf Lamberg,
liebte die Malerei jener Künstler besonders, in der sich die durchaus nördlichen
Temperamente ihrer holländischen, deutschen oder französischen Herkunft mit der
Erfahrung des Südens, seines Lichtes und seiner Leichtigkeit, mischen. So verfügt die Akademiegalerie über eine der
größten Bildergruppen jener holländischen "italianisanten" Maler, deren
prominentester Vertreter Jan Asselijn war.
Auf diese Weise kamen auch die beiden einzigen
Bilder des großen französischen Malers von Ideallandschaften und "Wahlrömers"
Claude Lorrain in öffentlichem österreichischen Besitz in die Akademiegalerie. Es sind
dies die einzigen beiden Naturstudien dieses Malers in Öl, von denen wir heute Kenntnis
haben.
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