IX Ausländer im Rom des 17. Jahrhunderts

 

Jan Asselijn
(Diemen zwischen 1610 und 1615 - 1652 Amsterdam)

Küstenlandschaft mit rastenden Reitern, um 1652
Öl/Leinwand, 71,3 x 96 cm, Inv.Nr. 869

 

Rom war das Sehnsuchts- und Bildungsziel vieler nordeuropäischer Künstler: Bereits Anfang des 16. Jahrhunderts setzte der Brauch ein, nach Erlernen des technischen Rüstzeugs in der Heimat noch ein paar Jahre in Rom und Italien zu verbringen, um auch den künstlerischen Intellekt zu schulen im Studium der römischen Antike und der klassischen Kunst eines Michelangelo und Raffael.

Der Stifter der Gemäldegalerie, Graf Lamberg, liebte die Malerei jener Künstler besonders, in der sich die durchaus nördlichen Temperamente ihrer holländischen, deutschen oder französischen Herkunft mit der Erfahrung des Südens, seines Lichtes und seiner Leichtigkeit, mischen. So verfügt die Akademiegalerie über eine der größten Bildergruppen jener holländischen "italianisanten" Maler, deren prominentester Vertreter Jan Asselijn war.

Auf diese Weise kamen auch die beiden einzigen Bilder des großen französischen Malers von Ideallandschaften und "Wahlrömers" Claude Lorrain in öffentlichem österreichischen Besitz in die Akademiegalerie. Es sind dies die einzigen beiden Naturstudien dieses Malers in Öl, von denen wir heute Kenntnis haben.

 

Claude Gelée, genannt Lorrain
(Chamagne/Lothringen 1600 - 1682 Rom)

Schafhürde in der Campagna, 1656
Öl/Leinwand, 35 x 45 cm, Inv.Nr. 847