V italienische Malerei des Quattro - und Cinquecento

 

Alessandro di Mariano Filipepi, genannt Botticelli
(Florenz 1445 - 1510 Florenz)

Madonna mit Kind und zwei Engeln, Tondo, um 1490
Tempera/Holz, Dm 115 cm, Inv.Nr. 1133

 

Der "Tondo", das Rundbild, war eine der beliebtesten Formen für das private Andachtsbild im Florenz des ausgehenden 15. Jahrhunderts. Das Bildthema des Tondo schlechthin ist die besonders innig gestaltete Beziehung der Muttergottes zum Christuskind auf ihrem Schoß, die beide vom Johannesknaben oder singenden Engeln begleitet werden.

Als "Othello und Desdemona" von einem unbekannten venezianischen Maler wurde dieses Gemälde Anfang dieses Jahrhunderts für die Gemäldegalerie angekauft, um sich schließlich als der größte Glücksfall in der Erwerbungsgeschichte der Akademiegalerie zu entpuppen: Unter den entstellenden Übermalungen, die baldigst entfernt wurden, verbarg sich eines jener ganz späten Werke Tizians, in denen er Bilderzählung, räumliche Bildstruktur, klar definierte Körper und Farbflächen über Bord warf zugunsten einer Themenannäherung allein mit malerischen Mitteln, die Tizian in Vorwegnahme der künstlerischen Errungenschaften des Hochbarock in seinem Spätwerk einsetzt.

 

Tiziano Vecellio
(Pieve di Cadore 1490 - 1576 Venedig)

Tarquinius und Lucretia, zwischen 1570 und 1576
Öl/Leinwand, 114 x 100 cm, Inv Nr. 1304