 Peter
Paul Rubens
(Siegen 1577 - 1640
Antwerpen)
Boreas entführt
Oreithya, um 1615
Öl/Holz, 146 x 140 cm, Inv.Nr. 626 |
| Des Grafen Lamberg Vorliebe für
virtuose Malerei schlug sich besonders in der Gruppe von Arbeiten des Großmeisters des
flämischen Barocks, von Peter Paul Rubens, nieder. In der Zeit zusammengetragen, in der
die Bedeutung der kleinformatigen Ölskizze im Werk Rubens noch nicht in ihrer Ästhetik
und Bedeutung im Arbeitsprozeß erkannt war, erwarb Graf Lamberg neunzehn Ölskizzen, von
denen heute neun als eigenhändige Arbeiten dokumentiert bzw. anerkannt sind.
Während der Besucher im benachbarten
Kunsthistorischen Museum die großen Altarbilder
von Rubens betrachten kann, die direkt von den
Altären der säkularisierten Kirchen Antwerpens
in die kaiserliche Sammlung gebracht wurden, so kann er
sich in der Akademiegalerie in den kreativen
Erfindungsprozeß des Künstlers vertiefen, der
am Beginn jedes Großprojektes stand und der sich
in der schnellen Farbskizze der "inventio",
der Bildidee, konkretisierte.
Weitgehend nur in der Ölskizze kann der heutige
Betrachter die originale Pinselhandschrift von Peter Paul Rubens sehen, die ausgeführten
Altar- oder Deckenbilder wurden von den zahllosen Mitarbeitern ausgeführt.
Die
hier gezeigte Ölskizze gehört zu Rubens
umfangreichsten Gemäldezyklus, den er in seiner
Heimatstadt Antwerpen ausführte, zu den
neununddreißig Deckengemälden für die
dortige Jesuitenkirche.
Die
Entführungsszene, die den eisigen Nordwind
Boreas zeigt, wie er die Athener Königstochter Oreithya durch Hagel und Schnee in den
ungastlichen Norden entführt, ist die größte, durch und durch eigenhändige Arbeit von
Rubens, die sich im Besitz Lambergs befand.
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 Peter
Paul Rubens (Siegen 1577 - 1640
Antwerpen)
Esther vor Ahasver, Entwurf
zu einer Deckensoffite für die Antwerpner
Jesuitenkirche, 1620
Öl/Holz, 49 x 56 cm, Inv.Nr. 652 |