Lange Nacht der Forschung

2014


Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien

Fr 04.04.2014
17.00-24.00 Uhr

Eintritt und
Führungen frei!



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    MALTECHNIK ZUM ANFASSEN.
    Die Lange Nacht der Forschung in der Gemäldegalerie


    Gemeinsam mit dem Institut für Naturwissenschaften und Technologie in der Kunst nimmt die Gemäldegalerie heuer erstmals teil am größten heimischen Forschungsevent, der Langen Nacht der Forschung am 4. April 2014:
    Unter dem Motto MALTECHNIK ZUM ANFASSEN erwartet Sie von 17.00 bis 23.00 Uhr ein abwechslungsreicher Mix aus Führungen, Workshops und Mitmachstationen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Wir laden Sie herzlich ein, einen Blick in die vielseitige und faszinierende Forschungsarbeit der KuratorInnen, RestauratorInnen und NaturwissenschaftlerInnen an der Akademie der bildenden Künste zu werfen – eine einmalige Gelegenheit, das Museum und seine Bestände in Kooperation mit dem Institut für Naturwissenschaften und Technologie in der Kunst von einer anderen, "verborgenen" Seite kennenzulernen.


    Zu den vorrangigen Aufgaben der Altmeistersammlung im historistischen Hansenpalais am Schillerplatz zählen keineswegs "nur" das museale Präsentieren ihrer Bestände, sondern genauso das Bewahren und die kontinuierliche Erforschung derselben. Hier kommt ihr die organisatorische und strukturelle Verankerung an der Kunstakademie besonders zugute, indem die geistes- und naturwissenschaftlichen Ressourcen der universitären Forschungseinrichtung in vielfältigen Kooperationen gegenseitig genutzt werden können.
    So wurden bereits eine lange Reihe von Kunstwerken der Gemäldegalerie in Zusammenarbeit mit dem Institut für Naturwissenschaften und Technologie in der Kunst naturwissenschaftlich-technologischen Untersuchungen unterzogen. Einige der dabei gewonnenen Erkenntnisse werden von den Sammlungskuratorinnen in kurzen Vorträgen hier präsentiert, etwa zu einer Sacra Conversazione um 1500, bei der nach der Entstehung im Norden oder Süden Europas gefragt wird, oder jüngste, hier erstmals der Öffentlichkeit dargelegte kunsthistorische Forschungsergebnisse zu einem Altarwerk des Antwerpener Manierismus, bei dem die Frage der Autorschaft im Mittelpunkt der Betrachtung steht.
    Erklärt und in der Praxis vorgeführt wird auch die naturwissenschaftliche Anwendung von Infrarot-Fotografie und Infrarotreflektografie als wichtige zerstörungsfreie Untersuchungsmethoden an Gemälden. Führungen zu den traditionellen Maltechniken der Alten Meister und dazu praktischer Anschauungsunterricht mit Mitmach-Angebot geben weitere Einblicke. Und für junge Forscher zwischen 6 und 14 Jahren gibt es einen Workshop zu den vielfältigen maltechnischen Grundlagen der Malerei, bei dem ein Werk aus der Sammlung kopiert werden darf. Details zu den einzelnen Programmpunkten finden Sie hier folgend.

    Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und wünschen Ihnen einen spannenden Abend in der Gemäldegalerie!

    Freitag, 4. April 2014, 17.00 - 24.00 Uhr
    Eintritt und Führungen frei!



    ABENTEUER MALTECHNIK – Wir lüften die Geheimnisse der Alten Meister und machen es Ihnen nach


    Workshop für Kinder von 6 bis 14 Jahren

    Gemeinsam schauen wir den berühmten Künstlern in der Gemäldegalerie genau auf den Pinsel, um im Workshop eines ihrer Bilder zu kopieren. Geht nicht? Alles eine Frage der richtigen Technik, aber zuerst einmal heißt es: äußerst genau hinschauen ...

    In einem gemeinsamen Rundgang erkunden wir die Bilder der berühmten Künstler. Hier erfährst du nicht nur viel über die Geschichten, die ihre Gemälde erzählen, sondern auch über die speziellen Materialien und Techniken der Alten Meister. Denn jedes Bild braucht unterschiedlich viel Vorbereitung, wie schwarz-weiß Skizzen, große Detailzeichnungen, schnelle Farbstudien oder fertige Modelle. Sind wir dem Aufbau der Werke erst auf die Spur gekommen, machen wir es den Großen der Kunst nach. Im Workshop kopieren wir ein Gemälde deiner Wahl. Du wirst sehen, mit ein paar Tricks hängt bald ein "Neuer Meister" bei dir zu Hause!

    17.00-19.00 Uhr | Einstieg um 18.00 Uhr möglich
    mit Diplompädagogin Stephanie Sentall



    Treffpunkt: um 17.00 Uhr im Foyer der Gemäldegalerie, um 18.00 Uhr direkt in den Sammlungsräumen
    Tipp: Um 17.00 und um 19.00 Uhr findet die thematisch passende Führung inkl. Workshop für Jugendliche und Erwachsene "MATERIE UND GENIE – WIE BILDER ENTSTEHEN. Traditionelle Maltechniken zum Anschauen und Ausprobieren" in der Gemäldegalerie statt.
    Bild: Utensilien des Künstlers, © Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien.


    MATERIE UND GENIE – WIE BILDER ENTSTEHEN. Traditionelle Maltechniken zum Anschauen und Ausprobieren


    Führung und Workshop für Jugendliche und Erwachsene

    Sie wollten immer schon wissen, was es mit den verschiedenen traditionellen Techniken in der Malerei auf sich hat und was sich unter den sichtbaren Maloberflächen verbirgt? Dann lassen Sie sich die Führung zu diesen Themen nicht entgehen, bevor Sie im anschließenden Workshop selbst zum Läufer greifen und Pigmentpulver mit einem eigenhändig hergestellten Bindemittel auf einer Platte zu einer vermalbaren Farbpaste verreiben.

    Am Beispiel einiger ausgewählter Werke aus dem Sammlungsbestand der Gemäldegalerie werden in einer einleitenden Führung Materialien und Aufbau eines Gemäldes anschaulich demonstriert, Oberflächenstruktur samt malerischer Eigenheit erklärt und damit ein Überblick über die traditionellen Maltechniken geliefert. Im Anschluss daran gehts dann auch praktisch zur Sache: In einem Workshop können Sie sich als Künstler üben und Eitempera-Malfarben – ganz nach dem Vorbild der Alten Meister – selbst anrühren. Was Sie hierfür brauchen? Rezeptur und fachkundige Anleitung warten auf Sie, trauen Sie sich!

    17.00 Uhr und 19.00 Uhr | Dauer jeweils ca. 1 Stunde
    mit Restauratorin und Malerin DI Mag. art Dorothea Kehrer-Kaan



    Treffpunkt: Foyer der Gemäldegalerie
    Tipp: Von 17.00-19.00 Uhr findet der dazu passende Workshop für Kinder von 6 bis 14 Jahren "Abenteuer Maltechnik – Wir lüften die Geheimnisse der Alten Meister und machen es Ihnen nach" in der Gemäldegalerie statt.
    Bild: Pigmente im Restauratorenatelier der Gemäldegalerie, © Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien.


    SICHTBAR – UNSICHTBAR. Eine Renaissancetafel verrät das Geheimnis ihrer Herkunft


    Kuratorenführung

    Wie kunsthistorische Forschung und naturwissenschaftlich-technologische Untersuchungsmethoden gemeinsam zum Ziel führen können, zeigt sich an einer großen, zwischen Gotik und Renaissance entstandenen Altartafel in der Gemäldegalerie. Anhand jüngster Forschungsarbeit wird die Führung sich auf die vielschichtige Suche nach der Entstehung des Bildes begeben: stammt sie aus dem Norden oder dem Süden Europas?

    An der Akademie der bildenden Künste Wien wurde in Zusammenarbeit mit dem Institut für Naturwissenschaften und Technologie in der Kunst bereits eine lange Reihe von Bildern aus dem Bestand der Gemäldegalerie technologischen Untersuchungen unterzogen. So auch ein großes Altarbild mit der Darstellung der Sacra Conversazione mit dem Hl. Matthäus und zwei Engeln.
    Die sehr unterschiedlichen stilistischen Eigenheiten des Gemäldes haben lange Zeit äußerst gegensätzliche kunsthistorische Zuordnungen zur Folge gehabt – als Autor wurde ein in der modernen Manier der Renaissance formulierender italienischer Meister ebenso angenommen wie ein nordländischer Künstler der deutschen oder niederländischen Spätgotik um 1500.
    Erst das Zusammenspiel von naturwissenschaftlich-technologischen Untersuchungsmethoden, wie Pigmentanalysen, Infrarotreflektografie und Röntgen, mit kunsthistorischen Ansätzen förderten neue Ergebnisse zu Tage, die das Auge jahrhundertelang nicht sehen konnte – womit das Geheimnis um die Entstehung der Tafel ein Stück weit gelüftet werden konnte.

    18.00 Uhr und 22.00 Uhr | Dauer jeweils ca. 20 Minuten
    mit Direktorin a. i. Dr. Martina Fleischer



    Treffpunkt: Foyer der Gemäldegalerie
    Tipp: Ergänzend kann die Präsentation und Mitmachstation für Groß und Klein "INFRA… – REFLEKTOGRA… – WAS? Das verborgene Kunstwerk unter der sichtbaren Maloberfläche" des Instituts für Naturwissenschaften und Technologie in der Kunst – ebenfalls in den Sammlungsräumen der Gemäldegalerie eingerichtet – besucht werden.
    Bild: Piemontesischer Maler, Sacra Conversatione, Details, © Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien.


    WER HATS GEMALT? Auf Spurensuche nach der Malerhand eines Antwerpener Flügelaltars


    Kuratorenführung

    Im Zentrum der Führung steht ein kleiner Flügelaltar, der in Antwerpen zu Beginn des 16. Jahrhunderts entstanden ist und dem Meister der Grooteschen Anbetung zugeschrieben wird. Doch wer verbirgt sich hinter diesem "Notnamen" und ist dieser anonyme Meister wirklich der Maler dieser Altartafeln? Die Kuratorin entführt Sie hier in die Welt der interdisziplinären kunstwissenschaftlichen Forschung.

    Mit Hilfe von naturwissenschaftlich-technischen Untersuchungsmethoden werden Geheimnisse der Tafelbilder offengelegt, die mit freiem Auge nicht erkennbar sind. Im vorliegenden Fall ist es eine charaktervolle, lebendige Unterzeichnung der Malerei, die erst durch Infrarotreflektographie sichtbar wird. Wie hilfreich sind diese durch technische Mittel gewonnenen Erkenntnisse? Ist somit das Rätsel um die Identität des Meisters gelöst?

    20.00 Uhr und 21.00 Uhr | Dauer jeweils ca. 20 Minuten
    mit Kuratorin Mag. Claudia Koch



    Treffpunkt: Foyer der Gemäldegalerie
    Tipp: Ergänzend kann die Präsentation und Mitmachstation für Groß und Klein "INFRA… – REFLEKTOGRA… – WAS? Das verborgene Kunstwerk unter der sichtbaren Maloberfläche" des Instituts für Naturwissenschaften und Technologie in der Kunst – ebenfalls in den Sammlungsräumen der Gemäldegalerie eingerichtet – besucht werden.
    Bild: Meister der Grooteschen Anbetung, Beweinung Christi, Mitteltafel eines Triptychons, © Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien.


    INFRA… – REFLEKTOGRA… – WAS? Das verborgene Kunstwerk unter der sichtbaren Maloberfläche


    Präsentation und Mitmachstation für Groß und Klein

    UV-, Infrarot-, Röntgenstrahlen und Mikroskop – lauter nicht-destruktive naturwissenschaftliche Untersuchungsmethoden von Gemälden, deren Funktionsweise, Eigenschaften, Anwendung und Unterschiede anschaulich demonstriert und erklärt werden. Und noch besser: Mit Großformatkamera und Stereomikroskop können Kunstwerke im Detail selbst angeschaut werden.

    Mithilfe von sicht- und unsichtbaren Strahlen sowie mit dem Stereomikroskop können die Materialien, der Schichtenaufbau sowie der Zustand von Gemälden als auch die Arbeitsweise des Künstlers studiert werden. So bereiteten z. B. zahlreiche Maler ihre Werke durch Unterzeichnungen vor, die nicht für das Auge des Betrachters bestimmt waren, sondern als Wegweiser während der malerischen Ausführung dienten und unter den darüber liegenden Malschichten verschwanden. Anhand eines Tafelbildes am Beginn des 16. Jh. wird der Einsatz von Infrarot- und Infrarotreflektografie-Kameras präsentiert, mit denen diese "unsichtbaren" Meisterwerke wieder ans Tageslicht geholt werden. Zudem dürfen Sie sogar selbst und unter fachkundiger Anleitung einen Blick durchs Mikroskop werfen und so die Details der Pinselführung bzw. das Krakelée der Bildoberfläche beobachten – besondere Einblicke garantiert!

    18.00 bis 23.00 Uhr | durchgehend besuchbar
    mit Ernst-Georg Hammerschmid und Mag. Wilfried Vetter



    Treffpunkt: direkt in den Sammlungsräumen der Gemäldegalerie
    Tipp: Ergänzend finden die Kuratorenführungen "SICHTBAR – UNSICHTBAR. Eine Renaissancetafel verrät das Geheimnis ihrer Herkunft" (18.00 und 22.00 Uhr) sowie "WER HATS GEMALT? Auf Spurensuche nach der Malerhand eines Antwerpener Flügelaltars" (20.00 und 21.00 Uhr) vor den Originalen in der Gemäldegalerie statt.
    Bild: Bildaufbau Strahlengang, © Institut für Naturwissenschaften und Technologie in der Kunst, Akademie der bildenden Künste Wien.




    Einen Überblick über das Programm der Langen Nacht der Forschung
    in der Gemäldegalerie finden Sie hier als PDF-Download.




    Die Lange Nacht der Forschung 2014 in der Akademie der bildenden Künste Wien ist eine Zusammenarbeit
    der Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien
    mit dem Institut für Naturwissenschaften und Technologie in der Kunst.

    Akademie der bildenden Künste Wien | Schillerplatz 3 | 1010 Wien
    www.akademiegalerie.at | www.ntk.akbild.ac.at





    Weitere Informationen und das gesamte Programm zur Langen Nacht der Forschung 2014
    finden Sie hier.