Vorschau
Gips folgt Stein. Das Keckmann-Grabdenkmal
8. Dezember 2011 - 12. Februar 2012
Die Ausstellung ist das Ergebnis der Zusammenarbeit von Bundesdenkmalamt, Dombauhütte zu St. Stephan und Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien.
Im Zentrum steht die Präsentation eines herausragenden Werks des österreichischen Spätmittelalters aus dem Kreis um Michael Tichter und Meister Anton Pilgram: das Keckmann-Epitaph aus St. Stephan. Das Grabdenkmal des 1512 verstorbenen Wiener Universitätsprofessors Johannes Keckmann wird nach der soeben abgeschlossenen Restaurierung durch das Bundesdenkmalamt der Öffentlichkeit vorgestellt, bevor es an seinen angestammten Platz in die Domkirche zurückkehrt. In Augenhöhe können nicht nur die qualitativ hochwertigen Reliefs mit ihren fein ausgearbeiteten narrativen Details betrachtet werden, sondern auch die spannende Dokumentation von Restauriergeschichte und Untersuchungsergebnissen zu Entstehungsprozess und ursprünglichem farbigen Erscheinungsbild.
Die Verbindung zwischen Akademie, Dombauhütte und Bundesdenkmalamt erklärt sich in einem weiteren Aspekt der Ausstellung, der sich den ebenfalls restaurierten Gipsabgüssen des Keckmann-Epitaphs widmet, die heute noch in der Glyptothek der Akademie aufbewahrt werden. Wie auch die ebenfalls gezeigte Gipsabformung von Meister Pilgrams "Orgelfuß mit Selbstporträt" gehören sie als Zeugnisse der hohen Wertschätzung mittelalterlicher Kunst zu den zahlreichen Abgüssen, die die Akademie im "Gotik-Hype" des 19. Jahrhunderts von Kunstwerken aus dem Stephansdom anfertigen ließ.